Wenn über die Zukunft ostdeutscher Start-ups gesprochen wird, ist rooom mit am Tisch: Auf Einladung der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), kamen Gründerinnen und Gründer aus den ostdeutschen Bundesländern im Bundesfinanzministerium in Berlin zusammen. Der Deutschlandfunk begleitete das Treffen in seinem Beitrag „Start-up-Branchentreffen im Finanzministerium - Ein bisschen Wahlkampf“ (18. August 2026). Für rooom war Gründer und CEO Hans Elstner vor Ort.
Ideen gibt es genug, es fehlt die Anbindung
Kaiser formulierte beim Treffen ein ambitioniertes Ziel: Eines der nächsten DAX-Unternehmen solle aus Ostdeutschland kommen. Der Weg dorthin ist allerdings weit. Nach wie vor wird in den ostdeutschen Ländern im Schnitt seltener gegründet als im Westen der Republik. Das ist ein Befund, den die gebürtige Thüringerin in Berlin selbst als bedauerlich bezeichnete.
Woran das liegt, machte Hans Elstner im Deutschlandfunk deutlich: An Ideen mangele es im Osten nicht. Das Problem liege woanders.
„Es mangelt an Anschluss an Kapitalgeber und an große Kunden“, so Elstner im Deutschlandfunk. Diese säßen eben nicht in den neuen Bundesländern.
Wie entscheidend beide Faktoren sind, zeigt die Geschichte von rooom selbst. Den Durchbruch brachte mitten in der Pandemie ein erster sehr großer Kunde: die Internationale Funkausstellung (IFA), die ihre Messe gemeinsam mit rooom in den virtuellen Raum verlegte. Ein staatlicher oder wirtschaftlich bedeutender Großkunde, so Elstners Erfahrung, ist als Referenz oft der eigentliche Türöffner. Den Großteil des Wachstumskapitals fand das Unternehmen anschließend nicht in Thüringen, sondern bei einem Investor in München.
Heute entwickelt rooom von Jena aus digitale Zwillinge, um vor allem Industrieprodukte dreidimensional erlebbar zu machen.
Kapital mobilisieren, Resilienz stärken
Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil setzt auf privates Kapital. Er verwies auf die rund 3,6 Billionen Euro, die derzeit auf deutschen Sparkonten liegen. Ließe sich davon auch nur ein Teil für Investitionen mobilisieren, könnten daraus neue Unternehmen und Arbeitsplätze entstehen. Start-ups sieht Klingbeil zudem als Chance, Deutschland in Zeiten internationaler Krisen unabhängiger und widerstandsfähiger zu machen. Genannt wurden unter anderem Verteidigung, Energieversorgung, Künstliche Intelligenz und Daten.
Die Frage, ob der Osten damit zum neuen Start-up-Zentrum Deutschlands werden kann, beantwortet Wirtschaftsexperte Klaus-Heiner Röhl vom Institut der deutschen Wirtschaft nüchtern: Effektiver sei es, sich enger an das Berliner Start-up-Ökosystem anzuschließen, sich dort besser zu vernetzen und so schneller an Kapital zu kommen.
Für rooom bestätigt das Treffen vor allem eines: Sichtbarkeit, starke Referenzkunden und der Zugang zu Investoren entscheiden darüber, ob aus guten Ideen im Osten auch große Unternehmen werden.
Quelle: Deutschlandfunk, „Start-up-Branchentreffen im Finanzministerium – Ein bisschen Wahlkampf“, Beitrag vom 18. August 2026. Zum Beitrag beim Deutschlandfunk



