NFT – Was ist das und was hat es mit dem Metaverse zu tun?

non fungible token watch

NFTs - Magazine, Zeitschriften, Blogs und Webinare sind voll von Artikeln über diese drei Buchstaben. Selten sorgt ein Tech-Thema in der breiten Öffentlichkeit so für Aufsehen, wie diese Abkürzung es gerade tut. Und obwohl NFTs dich gerade überall verfolgen, hast du keinen Schimmer, was genau sich nun eigentlich dahinter verbirgt?  Kein Sorge, damit bist du nicht allein. In etwa 7 Minuten werden wir zumindest die großen Fragezeichen in deinem Kopf beseitigen und das Grundprinzip von NFTs, Blockchain und Kryptowährungen klären. Viel Spaß!

Was ist diese Blockchain eigentlich?

Zunächst mal gibt es nicht „die Blockchain“, sondern verschiedene. Diese speichern wie Datenbanken große Mengen von Informationen auf voneinander abhängigen Blöcken. Die Blöcke liegen dabei nicht alle im selben Rechenzentrum, sondern sind dezentral auf verschiedene Speicherorte verteilt. Stell dir eine Blockchain am besten wie eine Perlenkette vor (Abb. 1). Bei einer Transaktion werden die Daten zum Kauf und ein Link zum NFT auf einer neuen Perle gespeichert und auf die bestehende Kette aufgefädelt. Dabei wird sichergestellt, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Wie? Jede einzelne Perle besitzt einen digitalen Fingerabdruck, einen Hashwert, und kennt auch den Fingerabdruck der vorherigen Perle. So bauen die Perlen strikt aufeinander auf, sodass sofort auffällt, wenn jemand etwas an der Kette verändert. Dann stimmt nämlich die gesamte Abfolge nicht mehr.

Neben dieser Strategie nutzt jede Blockchain noch einen weiteren Sicherheitsmechanismus, z.B. den proof of work. Dazu später mehr.

Non-Fungible Token – Was heißt das?

Um zu klären, was ein Non-Fungible Token (also ein NFT) ist, muss erstmal klar sein, was ein Token selbst überhaupt ist: Solltest du den Begriff aus dem Blockchain Zusammenhang bereits kennen, weißt du, dass zum Beispiel Bitcoins Token sind. Sie sind mit echtem Geld vergleichbar sind. Und wie bei echtem Geld sind diese Tokens austauschbar, also fungible. Wie jetzt? Ganz einfach gesagt: Eine Bitcoin ist genauso gut wie jede andere Bitcoin. So wie es auch egal ist, ob du eine 5 Euro Rechnung mit einem Schein, mehreren Münzen oder einem anderen Satz von Münzen bezahlst. Unter dem Strich geht es um 5 Euro.

Im Kontext von NFTs handelt es sich bei Tokens um digitale Besitzansprüche. Diese sind im Gegensatz zu Bitcoins nicht beliebig austauschbar, also Non-Fungible. Stell dir die Tokens hier einfach wie ein Kunstobjekt vor. Einen echten Monet kannst du nicht einfach mit dem letzten Fingerfarben-Kunstwerk eines Dreijährigen austauschen. So ein Token ist einzigartig. Und um diese Einzigartigkeit sicherzustellen, wird eine Blockchain genutzt, wie in der Infobox links erläutert.

NFTs können Besitzansprüche auf Bilddateien sein, auf Videos oder auch auf SMS. Außerdem kennen vor allem Gamer Non-Fungible Tokens auch aus der Welt der Onlinegames, wo Fans sich schon seit vielen Jahren sogenannte Wearables kaufen können, also Kleidungsstücke und Accessoires für Avatare.

Kann man ein NFT nicht einfach kopieren?

Bild und Videodateien kannst du jederzeit einfach kopieren, mitschneiden oder per Screenshot festhalten. Wenn wir uns hier noch einmal den echten Monet als Beispiel heranziehen, dann ist allerdings ein Foto vom Originalbild definitiv nicht das Gleiche wie das Original selbst. Bei einem kopierten digitalen Bild ist das anders. Deshalb geht es bei NFTs auch weniger um die erworbene Datei selbst, sondern viel mehr um die offizielleInhaberschaft dieser Datei, die über die Blockchain zuverlässig nachvollziehbar ist. Trotzdem können natürlich auch mehrere Objekte als Original deklariert werden, als limitierte Auflage sozusagen. Die digitalen Vermögenswerte sind vor allem für Sammler und Menschen, die nach einer neuen Geldanlage suchen, interessant.

Wie nutzt man ein NFT?

Prinzipiell kann jeder, der ein NFT mintet (also erstellt) selbst bestimmen, was er da zu einem Non-fungible Token erklärt. Aktuell sind NFTs allerdings vor allem als digitale „Kunstgegenstände“ und „Sammlerobjekte“ in aller Munde. Auf großen Plattformen wie Open Sea stehen für Interessenten unzählige Grafiken, virtuelle Sammelkarten oder auch musikalische Stücke zum Kauf bereit. Wo kommen diese Sammelobjekte her? Künstler, Marken oder auch Celebrities erstellen die digitalen Assets speichern sie in der Blockchain und bieten sie zum Verkauf an. Dabei gibt es durchaus auch kreative Ansätze. Die Band Kings of Leon zum Beispiel hat ihr neues Album exklusiv auf OpenSea verkauft.

Eine andere Form von NFTs sind virtuelle Landstriche oder Gebäude. So gibt es im Projekt Next Earth die Möglichkeit Besitzansprüche für bestimmte Areale auf einer digital nachgebildeten Erde zu kaufen. Wozu? Zum Beispiel als Marketingidee, indem die erworbene Fläche als Werbefläche genutzt wird. Ähnlich können auch andere Plattform ihre virtuellen Landstriche verkaufen. Auf rooom beispielsweise könnten Gebäude, Showrooms oder Werbeflächen in themenspezifischen Metaverse-Umgebungen verkauft werden.

Mehr als nur digitale Kunstobjekte?

Von NFTs hören wir aktuell primär im Zusammenhang mit digitalen Kunstgegenständen. Das eigentlich interessante Anwendungsgebiet der Datenstrukturierung durch NFTs bietet allerdings die Verknüpfung mit realen Gegenständen, wie Immobilien, Autos, Markenschuhen oder auch Zertifikaten. Wer eines der Objekte kauft, erhält es auch als virtuelles Gut und kann über ein NFT nachweisen, dass er rechtmäßiger Besitzer des Originals ist. Nike beispielsweise hat ein Patent angemeldet, mit dem die Authentizität von Sneakers mithilfe eines NFT Systems nachvollziehbar wird.

Richtig spannend wird es im Automobilsektor. Verfügt ein Autobesitzer über ein NFT für seine Identität und seinen Wagen und nutzt eine TÜV Werkstatt, die ebenfalls über ein NFT verfügt, so kann nach erfolgter TÜV Kontrolle ein Datenpaket Auto-Besitzer-TÜV mit einem weiteren NFT geschnürt werden. So ist dann für alle Ewigkeit festgehalten: Diese Person besaß das Auto mit folgendem Zustand für diesen Zeitraum. Mithilfe von NFTs können also Zustände und Abläufe in beliebige Zusammenhänge gebracht und dann für alle Nachlesbar in Stein gemeißelt werden.

Das gilt auch für digital Zertifikate wie zum Beispiel ein Bachelorzeugnis. So kann festgehalten werden, wer mit welchem Schnitt, welche Arbeit wann bei welchem Betreuer geschrieben hat. Sogar die NFTs der referenzierten Paper können hinterlegt werden! Und das alles ist dann als öffentlich verifizierbares Datenpaket einsehbar. Das Potential der Technologie ist endlos!

NFTs und das Metaverse

Statt eines großen Metaverse wird es wahrscheinlich eher viele kleine Metaversen geben. Diesen Ansatz haben wir im Blogbeitrag „Metaverse 2022“ bereits vorgestellt. Mit mehreren Mini-Metaversen werden wahrscheinlich auch mehrere digitale Währungen einher gehen. Das ist in etwa so, wie wir auch bei einem Besuch in Australien nicht einfach mit Euro bezahlen können. Wir können allerdings eine Sammelkarte in Deutschland mit Euro kaufen, sie mit nach Australien nehmen und dort für australische Dollar wieder verkaufen. Ähnlich könnte es in den Metaversen verschiedener Branchen und Lebensbereiche einmal aussehen.

Künstler zum Beispiel, die Ihre digitalen Kunstwerke bisher auf NFT-Plattformen angeboten haben, könnten ihr Stücke stattdessen auch in ihrem eigenen virtuellen Showroom ausstellen. Dort könnten sie zu virtuellen Vernissagen einladen, nachverfolgen, wer sich für die Werke interessiert und den Verkauf über die Kryptowährung ihres Künstler-Metaversums abhandeln.

Was ist eine Kryptowährung?

Eine Kryptowährung ist eine digitale Währung. Kryptowährungen kommen bei elektronischen Überweisungen ohne den Zwischenschritt über eine Geldinstitut aus und können direkt die Besitzer wechseln. Da somit die Sicherheit durch eine unabhängige dritte Partei fehlt (Trusted-Third-Party), braucht es eine andere Möglichkeit, um sicherzustellen, dass alles mit rechten Dingen zugeht: die Blockchain. Alle Daten zu Inhabern und Transaktionen werden hier verschlüsselt gespeichert. Und zwar nicht nur auf einem Server, sondern auf mehreren tausend gleichzeitig.

Neben den bekannten Bitcoins ist Ether auf der Euthereum Blockchain aktuell die größte Kryptowährung für NFTs.

Im Businessumfeld könnte ein Anbieter von Schmuck und Uhren zum Beispiel ein Metaversum kreieren, in dem virtuelle Schmuckstücke gekauft werden können. Diese können dann vom eigenen Avatar getragen werden und vlt auch in andere Metaversen mitgenommen werden. Die nötigen Coins dafür könnten Besucher zum Beispiel für die Teilnahme an einer Produktvorstellung, das Umsehen in einem Showroom, das Durchsehen einer virtuellen Broschüre oder auch das Ausfüllen eines Fragebogens erhalten.

Im Eventbereich wäre es möglich digitale Tickets, Badges oder Festivalbändchen zu kaufen und in der digitalen Welt als Eintrittskarte zu nutzen. Hier arbeitet rooom bereits an ersten Ideen.

Ein ganz besonderes Anwendungsgebiet für NFTs ist der Fashionbereich. Gamer können ihre Avatare in verschiedenen Spielen schon lange selbst einkleiden. Jetzt gibt es sogar schon erste Fashion Brands, die rein virtuelle Kollektionen erstellen. Und auch bekannte Marken wie Gucci steigen in das Geschäft mit digitaler Mode ein.

Communities in virtuellen Welten

 

Im realen Leben bilden sich Gemeinschaften, von Menschen mit den gleichen Interessen, Hobbys oder Zielen. Es gibt Stammtische zum Fremdsprachen lernen, Treffen für Hobby-Fotografen oder bezahlte Mitgliedschaften in Sportvereinen. Solche Gemeinschaften gibt es natürlich auch im digitalen Raum. Spieler bestimmter Games betrachten sich als Community, Abonnenten eines Blogs oder eines Youtubechannels bilden eine Gemeinschaft oder auch Mitglieder eines Onlineportals für Fachthemen. Rund um NFTs bilden sich gerade Communities, die allein durch den Besitz bestimmter NFTs zu einer Gruppe werden.

Im Business Umfeld sind zum Beispiel auf rooom Metaversen möglich, in denen Mitarbeiter und Partner eines Unternehmens auf bestimmte Inhalte nur mithilfe von NFTs Zugriff haben. Mitarbeiter könnten zum Beispiel virtuelle Badges erhalten und damit Weiterbildungsseminare besuchen. Wichtige Kunden könnten digitale Einladungen erhalten, mit denen sie zusätzliche Räume mit besonderen Features besuchen können. Wer im exklusiven Bereich unterwegs ist, weiß dass sich um ihn herum nur gleichgesinnte Avatare befinden und kann unbeschwert netzwerken. So können NFTs auch für Mitarbeiter- und Partnerbindung genutzt werden. Und warum nicht auch für Kundenbindung? Diese könnten ja auch Tickets zu besonderen Arealen erhalten, wenn ein Projekt einer bestimmten Größe erfolgreichabgeschlossen wurde.

Blockchains und Nachhaltigkeit

In aktuellen Diskursen über NFTs geht es häufig auch um das Thema Nachhaltigkeit. Aber warum? Ein digitales Gut verbraucht ja keine realen Ressourcen, muss nicht mit einem Paket um die halbe Welt geschickt werden und verursacht auch keinen umweltschädlichen Müll, richtig? So halb richtig. 

Tatsächlich rufen NFT durch ihre Verknüpfung mit einer Blockchain erhebliche Rechenleistungen ab. Das hängt mit der Sicherheit zusammen. Bei jeder Transaktion muss von einem Mitglied im Netzwerk der Blockchain eine Zufallszahl gefunden werden, aus der sich zusammen mit allen anderen Transaktionsdaten ein vorgegebener Wert berechnen lässt, die Nonce. Die Zufallszahl kann nicht einfach nach Formel xy berechnet werden, sondern wird durch pures Ausprobieren ermittelt. Stell dir das ein bisschen so vor, wie wenn du versuchen würdet das Zahlenschloss an einem Fahrrad durch systematisches Testen aller möglichen Zahlenkombinationen zu öffnen. Das dauert lange und kostet viel Energie. Im Falle einer Blockchain kommt noch dazu, dass verschiedene Instanzen innerhalb des Netzwerks gleichzeitig rechnen. Wer am schnellsten ist, gewinnt und darf den neuen Block anhängen. Diese Berechnung heißt Proof of Work und ist der Grund dafür, dass NFTs so viel Rechenleistung erfordern. Manipulationen sind zwar theoretisch möglich, würden durch diese Technik aber astronomische Rechenleistung erfordern, da jedes Glied der Kette komplett neu berechnet werden müsste. Der Abruf großer Rechenleistungen ist damit aktuell ein wichtiger Bestandteil von Kryptowährungen und NFT Handel. Laut cryptoart.wtf erzeugt ein durchschnittlicher NFT etwa 340 kWh, 211 Kg CO², also dem gesamten Stromverbrauch eines EU-Bürgers für mehr als einen Monat.¹

Geht Blockchain auch nachhaltiger?

Zunächst mal gibt es, wie schon erwähnt, verschiedene Blockchains. Schon jetzt gibt es darunter einige, die weniger Energie verbrauchen, als zum Beispiel Euthereum. Wie machen die das? Sie haben alternative Lösungen für den Proof of Work. Eine dieser Alternativen ist der Proof of Stake. Dabei gewinnt nicht der Teilnehmer mit der größten Rechenleistung, sondern der Sieger wird sozusagen ausgelost. Mitmachen dürfen dabei nur Mitglieder, die über eine bestimmte Menge von Kryptowährung verfügen, einen gewissen Stake. Daneben sind auch andere Mechanismen in Arbeit, wie beispielsweise die Lightning Technologie. Mit deren Hilfe können gigantische Mengen von Transaktionen in einen Block gebündelt werden, ohne jede einzeln signieren zu müssen. Es ist also durchaus möglich, dass Blockchains künftig deutlich nachhaltiger genutzt werden können.

 

Das Fazit - Etwas schlauer als vorher?

Die 7 Minuten sind um. Wir hoffen einige Fragenzeichen in deinem Kopf sind geschrumpft und du hast jetzt eine grobe Vorstellung davon, was das mit diesen NFTs soll. Ja? Super!

 

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